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Erasmus+ Förderung: Wie viel Geld bekommen Studierende?
Erasmus+ Förderung 2026: Erfahre, wie hoch die monatlichen Förderraten sind, welche Top-ups es gibt, wie Reisekosten berechnet werden und wie viel du bei Kurzzeitmobilitäten bekommst.

Wie viel Erasmus+ du für ein Auslandssemester bekommst, hängt vor allem von deinem Zielland, der Art und Dauer der Mobilität und möglichen Zusatzförderungen ab.
Für Studierende deutscher Hochschulen gelten bei langfristigen Mobilitäten zwischen Programmländern aktuell nationale Grundförderraten von:
540 Euro oder 600 Euro pro Monat.
Für Länder mit höheren Lebenshaltungskosten gilt grundsätzlich die höhere Rate von 600 Euro, für Länder mit mittleren oder niedrigeren Lebenshaltungskosten die Rate von 540 Euro.
Hinzu kommen je nach Situation:
- Reisekostenzuschüsse,
- ein Top-up von 250 Euro monatlich für bestimmte Studierende mit geringeren Chancen,
- bei längeren Praktika ein zusätzliches Praktikums-Top-up,
- bei besonderen Mehrbedarfen eine Realkostenförderung.
Die tatsächliche Förderung wird über deine Heimathochschule beziehungsweise deren Erasmus+-Koordination festgelegt.
Wie hoch ist Erasmus+ 2026 pro Monat?
Die Nationale Agentur Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD legt für Deutschland die monatlichen Förderraten für langfristige Studierendenmobilität auf nationaler Ebene fest.
Aktuell gelten:
| Ländergruppe | Grundförderung |
|---|---|
| höhere Lebenshaltungskosten | 600 € / Monat |
| mittlere oder niedrigere Lebenshaltungskosten | 540 € / Monat |
Welche Gruppe für dein konkretes Zielland gilt, erfährst du bei deinem International Office beziehungsweise deiner Erasmus+-Koordination.
Die Hochschule legt die konkrete Förderung im Rahmen der geltenden Erasmus+-Regeln und ihres Projektbudgets fest.
Beispiel: Fünf Monate Erasmus+ mit 540 Euro
Du studierst für fünf geförderte Monate im Ausland und erhältst:
540 Euro × 5 Monate =
2.700 Euro Erasmus+-Grundförderung.
Hinzu kann ein Reisekostenzuschuss kommen.
Erfüllst du außerdem die Voraussetzungen für das 250-Euro-Top-up, erhöht sich die Förderung um:
250 Euro × 5 Monate =
1.250 Euro.
Dann läge die Förderung aus Grundrate und Top-up zusammen bei:
3.950 Euro
zuzüglich möglicher Reiseförderung.
Beispiel: Fünf Monate Erasmus+ mit 600 Euro
Bei einem Zielland mit höherer Förderrate:
600 Euro × 5 Monate =
3.000 Euro Grundförderung.
Mit einem 250-Euro-Top-up:
850 Euro × 5 Monate =
4.250 Euro.
Auch hier können zusätzlich Reisekosten berücksichtigt werden.
Wer bekommt das 250-Euro-Top-up?
Erasmus+ unterstützt Studierende mit geringeren Chancen zusätzlich.
Bei Langzeitmobilitäten beträgt der Aufstockungsbetrag:
250 Euro pro Monat.
In Deutschland können insbesondere folgende Gruppen infrage kommen:
- Studierende mit Behinderung,
- Studierende mit chronischer Erkrankung,
- Studierende, die ihr Kind oder ihre Kinder mit ins Ausland nehmen,
- Studierende aus einem nicht-akademischen Elternhaus,
- unter bestimmten Bedingungen erwerbstätige Studierende.
Wichtig:
Bei erwerbstätigen Studierenden ist die Förderung aktuell optional. Die Hochschule entscheidet, ob sie diese Zielgruppe im jeweiligen Projekt mit dem Aufstockungsbetrag unterstützt.
Kann ich mehrere 250-Euro-Top-ups gleichzeitig bekommen?
Nein.
Wenn mehrere Merkmale gleichzeitig auf dich zutreffen, wird der Aufstockungsbetrag für geringere Chancen trotzdem grundsätzlich:
nur einmal
gewährt.
Beispiel:
Du bist Erstakademikerin und hast gleichzeitig eine chronische Erkrankung.
Dann erhältst du nicht zweimal 250 Euro, sondern grundsätzlich einmal 250 Euro monatlich.
Bei tatsächlichen besonderen Mehrkosten kann zusätzlich eine Realkostenförderung relevant sein.
Welche Voraussetzungen gelten bei Erwerbstätigkeit?
Für erwerbstätige Studierende nennt die NA DAAD besondere Kriterien.
Die Tätigkeit darf während des Auslandsaufenthalts grundsätzlich nicht fortgeführt werden.
Sie muss außerdem vor der Mobilität:
- mindestens sechs Monate fortlaufend ausgeübt worden sein,
- zeitlich mit der Mobilität zusammenhängen.
Während dieses Mindestzeitraums muss das monatliche Erwerbseinkommen nach den derzeit veröffentlichten Kriterien:
über 450 Euro und unter 850 Euro
liegen.
Selbstständige Tätigkeiten sowie bestimmte duale oder berufsbegleitende Studienmodelle sind grundsätzlich ausgenommen.
Da die Förderung dieser Zielgruppe optional ist, solltest du die konkreten Regeln deiner Hochschule prüfen.
Wie viel gibt es für ein Erasmus+-Praktikum?
Bei langfristigen Erasmus+-Praktika gibt es zusätzlich zur Grundförderung ein:
Praktikums-Top-up von 150 Euro monatlich.
Die EU-Programmeregeln sehen außerdem vor, dass dieses Praktikums-Top-up mit dem 250-Euro-Aufstockungsbetrag für Studierende mit geringeren Chancen kombiniert werden kann.
Beispiel bei 600 Euro Grundförderung:
- 600 Euro Grundrate
- + 150 Euro Praktikums-Top-up
- + 250 Euro Top-up geringere Chancen
=
bis zu 1.000 Euro pro Monat
vor einer möglichen Reiseförderung.
Ob alle Voraussetzungen in deinem konkreten Projekt erfüllt sind, bestätigt deine Hochschule.
Wie hoch ist die Förderung bei einer Kurzzeitmobilität?
Nicht jede Erasmus+-Mobilität dauert mehrere Monate.
Bei Blended Mobility oder bestimmten kurzfristigen Mobilitäten kann die physische Phase:
5 bis 30 Tage
dauern.
Die aktuellen EU-Grundbeträge sind:
| Dauer | Förderung |
|---|---|
| Tag 1 bis 14 | 79 € pro Tag |
| Tag 15 bis 30 | 56 € pro Tag |
Diese Tagesbeträge gelten unabhängig davon, ob das Zielland normalerweise zur 540- oder 600-Euro-Gruppe gehört.
Beispiel: Zehn Tage Kurzzeitmobilität
Für zehn physische Mobilitätstage:
10 × 79 Euro =
790 Euro.
Gehörst du zur Gruppe der Studierenden mit geringeren Chancen, kommt bei einer Kurzzeitmobilität von 5 bis 14 Tagen grundsätzlich ein einmaliger Zuschlag von:
100 Euro
hinzu.
Gesamt:
890 Euro
zuzüglich möglicher Reiseförderung.
Beispiel: 20 Tage Kurzzeitmobilität
Für die ersten 14 Tage:
14 × 79 Euro = 1.106 Euro
Für die nächsten sechs Tage:
6 × 56 Euro = 336 Euro
Gesamtgrundförderung:
1.442 Euro.
Bei 15 bis 30 Tagen beträgt der Top-up für Studierende mit geringeren Chancen:
150 Euro einmalig.
Damit wären:
1.592 Euro
zuzüglich Reiseförderung möglich.
Wie hoch ist die Erasmus+-Reiseförderung?
Die Erasmus+-Reisekosten werden nach Entfernung zwischen Ausgangsort und Zielort berechnet.
Die Europäische Kommission verwendet dafür Entfernungskategorien.
Aktuell gelten:
| Entfernung | Green Travel | Nicht-Green Travel |
|---|---|---|
| 10–99 km | 56 € | 28 € |
| 100–499 km | 285 € | 211 € |
| 500–1.999 km | 417 € | 309 € |
| 2.000–2.999 km | 535 € | 395 € |
| 3.000–3.999 km | 785 € | 580 € |
| 4.000–7.999 km | 1.188 € | 1.188 € |
| ab 8.000 km | 1.735 € | 1.735 € |
Die Entfernung wird mit dem offiziellen Distance Calculator der Europäischen Kommission bestimmt.
Was bedeutet Green Travel?
Green Travel bedeutet die Nutzung emissionsärmerer Verkehrsmittel.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Bahn,
- Bus,
- Fahrgemeinschaften,
- andere geeignete nachhaltigere Reiseformen.
Bei Entfernungen unter 500 Kilometern sieht Erasmus+ grundsätzlich vor, dass mit emissionsarmen Verkehrsmitteln gereist wird.
Für Green Travel sind in mehreren Entfernungskategorien höhere Reisepauschalen vorgesehen.
Werden zusätzliche Reisetage gefördert?
Ja, wenn sie notwendig sind.
Die Erasmus+-Regeln erlauben Individual Support zusätzlich für Reisetage.
Bei nicht nachhaltiger Reise können grundsätzlich bis zu:
zwei Reisetage
berücksichtigt werden.
Bei Green Travel können es bis zu:
sechs Reisetage
sein.
Damit soll insbesondere die längere Reisezeit nachhaltiger Verkehrsmittel berücksichtigt werden.
Wie lange kann ich Erasmus+ bekommen?
Ein klassischer Studienaufenthalt kann grundsätzlich:
2 bis 12 Monate
dauern.
Pro Studienzyklus können insgesamt bis zu:
12 Monate Erasmus+-Mobilität
gefördert werden.
Das gilt jeweils für:
- Bachelor,
- Master,
- Promotion.
Die zwölf Monate können auf mehrere Aufenthalte aufgeteilt werden.
Beispiel:
- sechs Monate Auslandsstudium
- zwei Monate Praktikum
- später vier weitere Monate Mobilität
=
zwölf Monate innerhalb eines Studienzyklus.
Was gilt bei Medizin, Staatsexamen und anderen einzügigen Studiengängen?
Bei einzügigen Studiengängen kann das Erasmus+-Kontingent höher sein.
Die NA DAAD nennt beispielsweise:
- Medizin,
- Staatsexamen,
- ältere Diplomstudiengänge.
Hier sind grundsätzlich bis zu:
24 Monate
Mobilität im entsprechenden Studiengang möglich.
Ein späteres Promotionsstudium hat ein eigenes Kontingent.
Ist Erasmus+ ein Vollstipendium?
Nein.
Erasmus+ ist grundsätzlich ein:
Zuschuss zu den Mehrkosten des Auslandsaufenthalts.
Die Förderung soll nicht automatisch sämtliche Lebenshaltungskosten abdecken.
Je nach Zielland können Kosten für:
- Miete,
- Lebensmittel,
- öffentliche Verkehrsmittel,
- Reise,
- Versicherung
deutlich über der Erasmus+-Förderung liegen.
Deshalb solltest du vor der Bewerbung ein realistisches Monatsbudget erstellen.
Gibt es Erasmus+ auch ohne EU-Geld?
Ja.
Es kann sogenannte:
Zero-Grant-Mobilitäten
geben.
Dabei erhältst du Erasmus+-Status und kannst grundsätzlich bestimmte Programmvorteile nutzen, obwohl keine reguläre EU-Finanzhilfe ausgezahlt wird.
Zusätzliche nationale, regionale oder andere Förderungen können unter Voraussetzungen mit Erasmus+ kombiniert werden.
Kann ich Erasmus+ und Auslands-BAföG kombinieren?
Grundsätzlich ja.
Beim Auslands-BAföG gelten jedoch eigene Anrechnungsregeln.
Für Erasmus+-Mobilitätszuschüsse bleiben nach den BAföG-Regeln grundsätzlich bis zu:
300 Euro im Monatsdurchschnitt
anrechnungsfrei.
Ein darüber hinausgehender relevanter Betrag kann den BAföG-Zahlbetrag beeinflussen.
Top-ups und zweckgebundene Zusatzleistungen sollten dem Auslands-BAföG-Amt vollständig angegeben werden.
Werden Studiengebühren an der Gasthochschule fällig?
Bei einem Erasmus+-Studienaufenthalt bist du an der aufnehmenden Hochschule grundsätzlich von Gebühren für:
- Unterricht,
- Anmeldung,
- Prüfungen,
- Laboratorien,
- Bibliotheken
befreit.
Das bedeutet nicht, dass überhaupt keine lokalen Kosten entstehen dürfen.
Beispielsweise können bestimmte kleinere Gebühren oder Leistungen außerhalb dieser Kategorien weiterhin anfallen.
Wer entscheidet über meine konkrete Erasmus+-Förderung?
Die Bewerbung und konkrete Fördervereinbarung laufen über deine:
Heimathochschule.
Ansprechpartner sind typischerweise:
- International Office,
- Erasmus+-Koordinatorinnen und -Koordinatoren.
Die Hochschule informiert dich über:
- Zielländer,
- Bewerbungsfristen,
- konkrete Rate,
- Förderdauer,
- Top-ups,
- Nachweise,
- Reiseförderung.
Die Werte aus den Erasmus+-Regeln bilden den Rahmen, aber dein Grant Agreement ist für deinen konkreten Aufenthalt entscheidend.
Checkliste: Erasmus+-Förderung berechnen
- Zielland bestimmen.
- 540- oder 600-Euro-Grundrate prüfen.
- Aufenthaltsdauer festlegen.
- 250-Euro-Top-up prüfen.
- bei Praktikum 150-Euro-Zuschlag prüfen.
- Entfernung zum Zielort berechnen.
- Green Travel berücksichtigen.
- zusätzliche Reisetage prüfen.
- Auslands-BAföG separat berechnen.
- endgültiges Grant Agreement kontrollieren.
Häufige Fragen
Wie viel Erasmus+ bekommt man 2026?
Bei langfristiger Mobilität zwischen Programmländern gelten für Studierende deutscher Hochschulen aktuell grundsätzlich 540 oder 600 Euro monatlich, abhängig von der Ländergruppe.
Wie hoch ist der Erasmus+-Top-up?
Für Studierende mit geringeren Chancen beträgt er bei Langzeitmobilitäten 250 Euro monatlich.
Gibt es für ein Praktikum mehr Geld?
Bei langfristigen Praktika sieht der EU-Programmleitfaden zusätzlich 150 Euro monatlich vor. Der Praktikumszuschlag kann unter Voraussetzungen mit dem 250-Euro-Top-up kombiniert werden.
Wie viel gibt es für kurze Erasmus+-Aufenthalte?
Bis zum 14. Tag 79 Euro pro Tag und vom 15. bis 30. Tag 56 Euro pro Tag.
Werden Reisekosten extra bezahlt?
Ja. Die Höhe richtet sich nach Entfernung und danach, ob Green Travel genutzt wird.
Kann ich Erasmus+ und BAföG gleichzeitig bekommen?
Ja. Auslands-BAföG und Erasmus+ können grundsätzlich kombiniert werden, wobei BAföG-Anrechnungsregeln gelten.
Fazit: Erasmus+ kann deutlich mehr als 540 oder 600 Euro pro Monat umfassen
Die Grundförderung für langfristige Mobilitäten liegt 2026 bei:
- 540 Euro pro Monat
- oder 600 Euro pro Monat
Hinzu kommen je nach Situation:
- 250 Euro monatlicher Top-up für geringere Chancen,
- 150 Euro monatlicher Praktikumszuschlag bei langfristigen Praktika,
- Reiseförderung nach Entfernung,
- zusätzliche Förderung für Green Travel,
- unter Voraussetzungen Realkostenförderung.
Bei Kurzzeitmobilitäten gelten stattdessen:
- 79 Euro pro Tag bis Tag 14
- 56 Euro pro Tag für Tag 15 bis 30.
Deine endgültige Erasmus+-Förderung steht im Grant Agreement deiner Hochschule. Prüfe deshalb nicht nur die Grundrate, sondern immer auch Top-ups, Reisepauschale und mögliche Zusatzförderungen.
Nächster Schritt
- Erasmus+ Bewerbung
- PROMOS-Stipendium
- Auslandssemester finanzieren
- Auslands-BAföG und Erasmus+
- Auslands-BAföG Antrag
Offizielle Quellen
- Nationale Agentur Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit – KA131 / nationale Förderraten:
https://eu.daad.de/erasmus-durchfuehren/foerderung-von-mobilitaet/mobilitaet-von-einzelpersonen-ka131/
- Nationale Agentur Erasmus+ – Auslandsstudium mit Erasmus+:
https://eu.daad.de/mit-erasmus-ins-ausland/foerderung-fuer-studierende-und-graduierte/auslandsstudium-mit-erasmus/
- Nationale Agentur Erasmus+ – Aufstockungsbetrag für Studierende mit geringeren Chancen:
https://eu.daad.de/programme-und-hochschulpolitik/programmprioritaeten/erasmus-soziale-teilhabe/aufstockungsbetrag-fuer-studierende-mit-geringeren-chancen/
- Europäische Kommission – Erasmus+ Programme Guide, Hochschulmobilität:
https://erasmus-plus.ec.europa.eu/programme-guide/part-b/key-action-1/higher-education-mobility-projects
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