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Apotheken-Notdienst für Studierende: Medikamente außerhalb der Öffnungszeiten bekommen

Apotheken-Notdienst für Studierende: Notapotheke finden, 22833 nutzen, Notdienstgebühr verstehen und wissen, wann 116117 oder 112 richtig ist.

Apotheken-Notdienst für Studierende: Medikamente außerhalb der Öffnungszeiten bekommen

Es ist Sonntagabend, du hast starke Halsschmerzen und deine normale Apotheke ist geschlossen. Oder du brauchst nach einem Besuch beim ärztlichen Bereitschaftsdienst noch am selben Abend ein Medikament.

Dafür gibt es in Deutschland den:

Apotheken-Notdienst.

Über den Nacht- und Notdienst stellen Apotheken auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten die Versorgung mit dringend benötigten Arzneimitteln sicher.

Das gilt unter anderem:

  • nachts
  • am Wochenende
  • an Feiertagen

Aponet, das Gesundheitsportal der deutschen Apothekerinnen und Apotheker, stellt dafür eine bundesweite Notdienstsuche bereit. Du kannst dort mit:

  • Ort
  • Postleitzahl

nach aktuell dienstbereiten Apotheken suchen.

Zusätzlich kann über die Kurzwahl:

22833

eine Notdienstapotheke ermittelt werden.

Wichtig ist aber:

Eine Notapotheke ersetzt keinen Arzt und keinen Rettungsdienst.

Wenn du ärztliche Hilfe brauchst, gelten weiterhin:

  • 116117 bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb normaler Praxiszeiten
  • 112 bei Lebensgefahr oder schwerem medizinischem Notfall

Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du als Student nachts, sonntags oder an Feiertagen eine Apotheke findest, welche Kosten entstehen können und was du vor dem Weg zur Notapotheke prüfen solltest.

Was ist der Apotheken-Notdienst?

Apotheken in Deutschland werden nach regionalen Dienstplänen zum Nacht- und Notdienst eingeteilt.

Die zuständigen Apothekerkammern organisieren diese Dienste so, dass auch außerhalb normaler Öffnungszeiten eine Arzneimittelversorgung möglich bleibt.

Die ABDA berichtet für 2025 von mehr als:

300.000 geleisteten Nacht- und Notdiensten

bundesweit.

Damit ist der Notdienst keine seltene Ausnahme, sondern ein fester Bestandteil der Arzneimittelversorgung.

Nicht jede Apotheke ist jede Nacht geöffnet

Wichtig:

Deine normale Stammapotheke ist nicht automatisch die Notdienstapotheke.

Die Dienste wechseln.

Deshalb immer aktuell prüfen:

  • Welche Apotheke hat heute Dienst?
  • Ab wann?
  • Bis wann?
  • Wie weit ist sie entfernt?

1. Notapotheke online finden

Am einfachsten funktioniert die Suche über:

aponet.de

Dort gibt es eine kostenlose bundesweite Notdienstsuche.

Du gibst ein:

  • Ort
  • oder Postleitzahl

und erhältst die dienstbereiten Apotheken in der Umgebung.

Warum aktuelle Suche wichtig ist

Notdienstpläne ändern sich täglich.

Ein Screenshot von letzter Woche ist deshalb nutzlos.

Suche immer:

für den aktuellen Zeitpunkt.

Standort prüfen

Achte bei den Ergebnissen auf:

  • Adresse
  • Entfernung
  • Beginn des Notdienstes
  • Ende des Notdienstes

Nicht jede Apotheke, die morgens Notdienst hat, ist auch abends noch zuständig.

2. 22833 nutzen

Aponet nennt für die Notdienstsuche außerdem die Kurzwahl:

22833

Über das Handy kannst du unter anderem eine SMS mit deiner fünfstelligen Postleitzahl an 22833 senden.

Nach den aktuell veröffentlichten Angaben können dafür Kosten von bis zu:

69 Cent pro SMS

anfallen.

Du erhältst dann Informationen zu Notdienstapotheken in der Nähe.

Online ist meist einfacher

Wenn du Internet hast:

Die kostenlose Online-Suche ist normalerweise praktischer.

22833 ist sinnvoll, wenn:

  • Browser nicht funktioniert
  • du unterwegs bist
  • du schnell per SMS suchen möchtest

3. Apotheke vor dem Losfahren prüfen

Wenn die Notdienstapotheke weiter entfernt ist:

ruf gegebenenfalls vorher an.

Besonders wenn du ein:

  • bestimmtes verschreibungspflichtiges Medikament
  • seltenes Präparat
  • spezielle Stärke

brauchst.

Warum?

Nicht jede Apotheke hat jedes Medikament jederzeit auf Lager.

Name des Arzneimittels bereithalten

Hilfreich sind:

  • Handelsname
  • Wirkstoff
  • Stärke
  • Darreichungsform

Zum Beispiel:

nicht nur:

„mein Antibiotikum“

sondern:

„Amoxicillin 1000 mg Tabletten“.

4. Rezeptpflichtige Medikamente

Viele Arzneimittel sind verschreibungspflichtig.

Dann kann die Apotheke sie grundsätzlich nur auf Grundlage einer gültigen ärztlichen Verordnung abgeben.

Wenn du nachts oder am Wochenende erst eine ärztliche Einschätzung brauchst:

→ 116117

kann die richtige erste Anlaufstelle sein.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Die 116117 ist für Beschwerden gedacht, die:

  • nicht lebensbedrohlich sind
  • aber nicht bis zur nächsten regulären Sprechzeit warten können

Der Dienst kann dich an eine:

  • Bereitschaftspraxis

vermitteln oder je nach Situation weitere Hilfe organisieren.

Lebensgefahr

Bei:

  • schwerer Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • schweren Verletzungen
  • Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall

nicht erst nach einer Apotheke suchen.

→ 112

5. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente

Viele Arzneimittel können ohne Rezept gekauft werden.

Zum Beispiel bestimmte Mittel gegen:

  • Schmerzen
  • Fieber
  • Erkältungsbeschwerden

Aber:

„rezeptfrei“ bedeutet nicht automatisch:

für jede Person und jede Situation geeignet.

Apothekerinnen und Apotheker beraten zu:

  • Dosierung
  • Wechselwirkungen
  • Gegenanzeigen
  • Anwendung

Gerade im Notdienst solltest du deine Beschwerden kurz und präzise schildern.

6. Welche Informationen solltest du nennen?

Bei der Beratung können wichtig sein:

  • Alter
  • Beschwerden
  • Dauer
  • Allergien
  • andere Medikamente
  • bekannte Erkrankungen

Nicht jede Information ist immer notwendig.

Aber:

Je genauer die Apotheke deine Situation kennt, desto besser kann sie einschätzen, ob ein rezeptfreies Arzneimittel geeignet ist oder ärztliche Abklärung sinnvoll wäre.

7. Notdienstgebühr

Apotheken dürfen im Notdienst unter bestimmten Voraussetzungen eine zusätzliche Gebühr berechnen.

§ 6 Arzneimittelpreisverordnung nennt:

2,50 Euro inklusive Umsatzsteuer.

Die Gebühr kann erhoben werden bei Inanspruchnahme:

  • von 20:00 bis 06:00 Uhr
  • an Sonn- und Feiertagen
  • am 24. Dezember, wenn Werktag, bis 06:00 Uhr und ab 14:00 Uhr

Die Gebühr ist pro Inanspruchnahme

Es geht um die Nutzung des Notdienstes.

Nicht darum, dass jedes einzelne Medikament 2,50 Euro zusätzlich kostet.

8. Wann übernimmt die Krankenkasse die Notdienstgebühr?

Wenn du gesetzlich versichert bist und ein Rezept aus einer ärztlichen Notfallbehandlung erhältst, kann die Krankenkasse die Gebühr übernehmen, wenn auf dem Rezept das Feld:

„noctu“

angekreuzt ist.

ABDA erklärt:

„noctu“ ist lateinisch für:

nachts

und zeigt an, dass die Abgabe im Notdienst medizinisch erforderlich war.

Nicht automatisch bei jeder Nachtabholung

Wenn du freiwillig bis nachts wartest, obwohl das Medikament tagsüber hätte geholt werden können:

ist „noctu“ nicht automatisch gegeben.

Die Entscheidung liegt bei der ärztlichen Verordnung.

9. Warum gibt es eine Notdienstgebühr?

Der Apotheken-Notdienst verursacht zusätzliche:

  • Personal
  • Bereitschaft
  • Betriebskosten

Die Gebühr soll unter anderem verhindern, dass normale Einkäufe ohne Dringlichkeit einfach in die Nacht verschoben werden.

ABDA beschreibt sie eher als eine Art:

Schutzgebühr

als als kostendeckende Finanzierung.

10. Klingel statt offener Ladentür

Nachts sieht eine Notapotheke nicht immer so aus wie tagsüber.

Möglich sind:

  • geschlossene Eingangstür
  • Nachtschalter
  • Notdienstklingel

Das ist normal.

Die Apotheke ist trotzdem erreichbar.

Ruhig klingeln

Es kann einige Minuten dauern, bis jemand zur Ausgabe kommt.

Der Apotheker oder die Apothekerin kann sich gerade:

  • im hinteren Bereich
  • bei einer anderen Beratung

befinden.

11. Ausweis mitnehmen

Für normale rezeptfreie Medikamente ist nicht immer ein Ausweis erforderlich.

Bei bestimmten:

  • verschreibungspflichtigen
  • besonders regulierten

Arzneimitteln können zusätzliche Anforderungen gelten.

Wenn du ohnehin nachts unterwegs bist:

Personalausweis oder anderes Ausweisdokument mitzunehmen ist sinnvoll.

12. Gesundheitskarte mitnehmen

Wenn du vorher beim ärztlichen Bereitschaftsdienst oder einer Bereitschaftspraxis warst:

nimm deine:

  • elektronische Gesundheitskarte

mit.

Das erleichtert die Abrechnung im Gesundheitssystem.

13. E-Rezept

Viele verschreibungspflichtige Arzneimittel werden inzwischen per:

E-Rezept

verordnet.

Je nach Situation kann ein E-Rezept unter anderem über die elektronische Gesundheitskarte in der Apotheke eingelöst werden.

Wenn du nach einem ärztlichen Bereitschaftsdienst ein Rezept erhältst:

frage, wie du es in der Apotheke einlösen sollst.

Technikprobleme möglich

Deshalb im Zweifel:

  • Name des Medikaments
  • Verordnungsinformation

kennen und die Hinweise der Arztpraxis beachten.

14. Medikament nicht verfügbar

Auch eine Notapotheke kann ein bestimmtes Arzneimittel nicht vorrätig haben.

Dann kann die Apotheke je nach Situation:

  • Alternative prüfen
  • andere Apotheke kontaktieren
  • ärztliche Rücksprache empfehlen

Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln darf nicht einfach beliebig ersetzt werden.

Vorher anrufen spart Wege

Besonders wenn die Notapotheke:

  • weit entfernt

ist.

15. Keine Vorratseinkäufe im Notdienst

Der Nacht- und Notdienst ist für dringende Versorgung gedacht.

Nicht ideal für:

  • normale Kosmetik
  • Vorratseinkäufe
  • allgemeine Haushaltsprodukte

Plane solche Einkäufe möglichst während normaler Öffnungszeiten.

16. Reiseapotheke vorbereiten

Viele Notdienstbesuche lassen sich vermeiden, wenn du häufig benötigte rezeptfreie Produkte zu Hause hast.

Zum Beispiel:

  • Pflaster
  • Wunddesinfektion
  • Fieberthermometer

Bei Medikamenten:

Lass dich beraten und achte auf:

  • Haltbarkeit
  • richtige Lagerung

Keine unnötigen Medikamentenvorräte

Mehr ist nicht automatisch besser.

Große Vorräte können:

  • ablaufen
  • falsch gelagert werden
  • unnötig Geld kosten

17. Dauermedikamente rechtzeitig kontrollieren

Wenn du regelmäßig Medikamente brauchst:

prüfe rechtzeitig, ob genug vorhanden ist.

Nicht erst:

Sonntagabend.

Eine einfache Erinnerung kann helfen:

7–10 Tage vor dem voraussichtlichen Ende Vorrat prüfen.

Rezept rechtzeitig organisieren

Gerade vor:

  • Feiertagen
  • Semesterferien
  • Reisen

frühzeitig kontrollieren.

18. Medikamente niemals von anderen übernehmen

„Mein Mitbewohner hat noch dieselben Tabletten“

ist keine sichere Lösung.

Selbst wenn Name oder Verpackung ähnlich aussehen, können Unterschiede bestehen bei:

  • Wirkstoff
  • Stärke
  • Dosierung
  • Haltbarkeit

Nimm verschreibungspflichtige Medikamente nur so ein, wie sie für dich verordnet wurden.

19. Wechselwirkungen ansprechen

Wenn du bereits Medikamente nimmst:

sage das in der Apotheke.

Das gilt auch für:

  • rezeptfreie Mittel
  • pflanzliche Präparate
  • Nahrungsergänzungsmittel

Bestimmte Kombinationen können sich beeinflussen.

20. Alkohol und Medikamente

Frage bei Unsicherheit ausdrücklich:

„Kann ich damit Alkohol trinken?“

Gerade im Studentenalltag relevant.

Bestimmte Medikamente können zusammen mit Alkohol:

  • stärker müde machen
  • Nebenwirkungen verstärken
  • Wirkung verändern

Verlasse dich nicht auf Vermutungen.

21. Medikamente richtig lagern

Nach dem Kauf:

Packungsbeilage und Lagerhinweise beachten.

Nicht jedes Medikament gehört:

  • in den Kühlschrank.

Andere Arzneimittel dürfen dagegen nicht zu warm werden.

Für Medikamente gelten allerdings eigene Lagerregeln; Lebensmittelhinweise sind nicht direkt übertragbar.

22. Apotheke am Feiertag

An Feiertagen sind normale Apotheken häufig geschlossen.

Der Notdienst stellt trotzdem bundesweit die Versorgung sicher.

Aponet veröffentlicht beispielsweise regelmäßig Hinweise zu:

  • Ostern
  • Pfingsten
  • 1. Mai
  • Christi Himmelfahrt

und verweist jeweils auf die aktuelle Notdienstsuche.

Nicht auf Google-Öffnungszeiten allein verlassen

Suchmaschinen können bei Feiertagen veraltete Öffnungszeiten zeigen.

Für Notdienste besser:

  • aponet
  • offizielle Apothekenangaben

verwenden.

23. Sonntagabend nach einer Reise

Du kommst spät zurück und merkst:

Ein wichtiges Medikament fehlt.

Vorgehen:

  1. Prüfen, ob es verschreibungspflichtig ist.
  2. Wenn Rezept vorhanden: Notapotheke suchen.
  3. Wenn ärztliche Verordnung fehlt und Behandlung nicht bis morgen warten kann: 116117.
  4. Bei lebensbedrohlicher Situation: 112.

24. Pille danach

Die sogenannte:

Pille danach

ist in Deutschland ohne ärztliches Rezept in Apotheken erhältlich.

Für zeitkritische Situationen kann deshalb auch eine Notdienstapotheke relevant sein.

Wichtig:

Apothekerinnen und Apotheker beraten dazu individuell.

Je früher eine notwendige Notfallverhütung geklärt wird, desto sinnvoller ist eine schnelle Beratung.

25. Medikamente im Studentenwohnheim

Wenn du nachts Medikamente brauchst:

nicht darauf verlassen, dass Mitbewohner etwas Passendes haben.

Besser:

  • Notdienst suchen
  • Apotheke beraten lassen

26. Apotheke zu Fuß oder mit Verkehrsmitteln erreichen

Notapotheken können nachts weiter entfernt sein.

Prüfe:

  • Fußweg
  • Nachtbus
  • Taxi

und deine persönliche Sicherheit.

Wenn du dich gesundheitlich nicht sicher bewegen kannst:

116117 beziehungsweise bei Notfall 112 kontaktieren.

27. Nicht selbst fahren, wenn du beeinträchtigt bist

Wenn du:

  • starke Schmerzen
  • Schwindel
  • starke Müdigkeit

hast oder Medikamente eingenommen hast, die die Fahrtüchtigkeit beeinflussen:

nicht selbst Fahrrad oder Auto fahren.

Organisiere:

  • Begleitung
  • Taxi
  • medizinische Hilfe

je nach Situation.

28. Ausländische Studierende

Wenn du neu in Deutschland bist:

Speichere vorab:

  • 116117
  • 112

und die Notdienstsuche.

Die 116117 weist darauf hin, dass der telefonische Bereitschaftsdienst grundsätzlich auf Deutsch angeboten wird.

Wenn du sprachliche Unterstützung brauchst:

Bitte gegebenenfalls eine vertraute Person um Hilfe.

29. Rezept aus dem Ausland

Ein ausländisches Rezept kann je nach Herkunft und Arzneimittel unterschiedlich behandelt werden.

Bei Unsicherheit:

Apotheke direkt fragen.

Besonders bei:

  • Betäubungsmitteln
  • speziellen Arzneimitteln

gelten strengere Regeln.

30. Was tun bei Medikamentenvergiftung?

Wenn du versehentlich:

  • zu viel
  • falsches Medikament

eingenommen hast:

nicht nur eine Apotheke suchen.

Bei schweren Symptomen oder möglicher Lebensgefahr:

→ 112

Für Vergiftungsfragen existieren zusätzlich regionale Giftinformationszentren.

Welche Stelle zuständig ist, hängt vom Bundesland beziehungsweise Standort ab.

31. Medikamentenbeipackzettel aufbewahren

Gerade bei neuem Medikament:

Packungsbeilage nicht sofort wegwerfen.

Dort findest du Informationen zu:

  • Anwendung
  • Dosierung
  • Nebenwirkungen
  • Wechselwirkungen
  • Aufbewahrung

Bei unerwarteten schweren Beschwerden:

medizinische Hilfe suchen.

32. Rechnung und Zuzahlung

Auch im Notdienst gelten je nach Arzneimittel und Versicherung normale Regeln zu:

  • Zuzahlung
  • Selbstzahlung

zusätzlich zur möglichen Notdienstgebühr.

Die 2,50 Euro Notdienstgebühr ist also nicht automatisch der einzige mögliche Eigenbetrag.

33. Kartenzahlung nicht voraussetzen

Viele Apotheken akzeptieren Karte.

Aber:

Nicht jede technische Situation funktioniert nachts zuverlässig.

Ein kleiner Bargeldbetrag kann daher praktisch sein.

Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten sollte die Versorgung aber nicht daran scheitern, dass du die Zahlungsart vorher falsch eingeschätzt hast – sprich im Zweifel direkt mit der Apotheke.

Ein einfacher Nacht-Plan

Schritt 1

Ist es lebensbedrohlich?

→ 112.

Schritt 2

Brauchst du heute noch ärztliche Hilfe, aber es ist kein Lebensnotfall?

→ 116117.

Schritt 3

Hast du bereits ein Rezept oder brauchst nur eine apothekenpflichtige Beratung?

→ Notapotheke suchen.

Schritt 4

Notdienstadresse und Uhrzeit prüfen.

Schritt 5

Bei speziellem Medikament vorher anrufen.

Schritt 6

Gesundheitskarte, Rezeptdaten und Zahlungsoption mitnehmen.

Typische Fehler

Zur erstbesten geschlossenen Apotheke laufen

Notdienst vorher suchen.

22833 und 116117 verwechseln

22833 = Notapotheke suchen.

116117 = ärztlicher Bereitschaftsdienst.

Bei Lebensgefahr zuerst Apotheke kontaktieren

Dann ist 112 richtig.

Rezeptpflichtiges Medikament ohne Verordnung erwarten

Apotheken müssen Verschreibungspflichten beachten.

Notdienstgebühr überraschend finden

2,50 Euro können gesetzlich vorgesehen sein.

Google-Öffnungszeiten blind vertrauen

Notdienstplan aktuell prüfen.

Dauermedikament bis Sonntagabend ausgehen lassen

Vorrat früher kontrollieren.

Checkliste: Apotheken-Notdienst für Studierende

  • [ ] Notdienstsuche auf aponet kennen
  • [ ] 22833 als alternative Suche kennen
  • [ ] 116117 für dringende ärztliche Hilfe kennen
  • [ ] 112 für Lebensgefahr kennen
  • [ ] Adresse und Dienstzeit prüfen
  • [ ] bei seltenem Medikament vorher anrufen
  • [ ] Rezept beziehungsweise E-Rezept verfügbar?
  • [ ] Gesundheitskarte mitnehmen
  • [ ] mögliche 2,50-Euro-Notdienstgebühr einplanen
  • [ ] Dauermedikamente rechtzeitig kontrollieren
  • [ ] keine Medikamente von Mitbewohnern übernehmen

Häufige Fragen zum Apotheken-Notdienst

Wie finde ich nachts eine geöffnete Apotheke?

Über die bundesweite Notdienstsuche auf aponet.de. Alternativ kann die Kurzwahl 22833 genutzt werden.

Kostet der Apotheken-Notdienst extra?

Apotheken dürfen nach § 6 Arzneimittelpreisverordnung unter den dort genannten Notdienstzeiten 2,50 Euro inklusive Umsatzsteuer zusätzlich berechnen.

Wann muss ich die 2,50 Euro nicht selbst zahlen?

Bei gesetzlich Versicherten kann die Krankenkasse die Gebühr übernehmen, wenn der Arzt auf dem Rezept „noctu“ angekreuzt hat.

Ist 22833 kostenlos?

Nein. Aponet nennt für eine SMS mit Postleitzahl an 22833 aktuell Kosten von bis zu 69 Cent pro SMS. Die Online-Notdienstsuche ist kostenlos.

Wann rufe ich 116117?

Wenn du außerhalb normaler Praxiszeiten dringend ärztliche Hilfe brauchst, die Situation aber nicht lebensbedrohlich ist.

Wann rufe ich 112?

Bei Lebensgefahr oder schweren medizinischen Notfällen.

Hat jede Notapotheke jedes Medikament auf Lager?

Nein. Bei seltenen oder speziellen Arzneimitteln empfiehlt sich vorherige telefonische Nachfrage.

Kann ich rezeptfreie Medikamente auch im Notdienst bekommen?

Ja. Apothekerinnen und Apotheker beraten auch zu nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Fazit: Notapotheke finden ist einfach, wenn du die drei Wege kennst

Für Studierende reicht ein einfaches System:

  1. Notapotheke suchen: aponet.de oder 22833.
  2. Arzt nötig, aber kein Lebensnotfall: 116117.
  3. Lebensgefahr: 112.
  4. Bei speziellem Medikament vorher anrufen.
  5. Notdienstgebühr einplanen: aktuell 2,50 Euro unter den gesetzlichen Voraussetzungen.
  6. Dauermedikamente rechtzeitig kontrollieren.

Damit musst du nachts oder am Wochenende nicht hektisch nach einer zufällig geöffneten Apotheke suchen, sondern kannst direkt die aktuell zuständige Notdienstapotheke finden.

Quellen

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